Kellerbehandlung aktuell: Gärprobleme, BSA, Böckser

Zögerliche Gärung
Bei zögerlichen Gärungen mit einer täglichen Abnahme von nur noch 1-2 °Oe , unverzüglich Präparate aus Heferinde oder inaktiven Hefen einsetzten. Bewährt haben sich beispielsweise ANAVITAL Spezial oder BI-AKTIV. Diese Mittel verringern Stressfaktoren für die Hefe, indem sie Fettsäuren und langkettige Alkohole adsorbieren. Gleichzeitig führen sie frischen organischen Nährstoff zu. Eine vorherige Belüftung der vorhandenen Gärhefe ist meist vorteilhaft; die Temperatur sollte vorzugsweise 18– 20 °C betragen.

Sollte es dafür zu spät sein, ist zu überlegen ob der Wein als Verschnittpartner in Frage kommt oder nicht. Falls nicht, bleibt nur Abstich und neuer Gärstart . Vor dem Abstich sollten auch hier zuerst gärhemmende Stoffe adsorbiert werden. Für einen neuem Gäransatz sind gärkräftige Hefen wie ANAFERM 5 oder ACTIFLORE B213 empfehlenswert. Die frische Hefe unbedingt mit SUPERSTART ROUGE ansetzen, um die Voraussetzungen für eine gute Zellmembran und eine hohe Zellzahl sicherzustellen. Eine gute Aktivierung ist ausschlaggebend für den späteren Gärverlauf. Deshalb nicht an den Nährstoffen und nicht an der Einsaatmenge sparen! Temperaturen und Dauer für den Gäransatz gemäß den technischen Informationsblättern UNBEDINGT genau einhalten!

Biologischer Säureabbau

Die ganzen Anstrengungen über das Jahr im Weinberg und die sorgsam abgestimmten Schritte im Keller sollen nicht durch einen falschen BSA gefährdet werden! Das Produktangebot an potenten Starterkulturen bietet herausragende Qualitäten. Für Weißeine ist jetzt die VP 41 plus Nährstoff ANAVITAL ML oder wahlweise Opti ML blanc angesagt. Auch für Rotweine ist die VP 41 zu empfehlen;
bei Rebsorten mit komplexer (Gerbstoff)- Struktur kann die zusätzliche Gabe von ML Red Boost zur Eliminierung hemmender Polyphenole sinnvoll sein.

Böckser

Sollten Böcksernoten auftauchen: durch den Einsatz von REDULESS oder NETAROM Extra (hergestellt aus inaktivierten Hefen, die auf kupferhaltigen Nährböden gezüchtet wurden) vermeiden Sie einen Metalleintrag in den Wein und den metallisch harten Abgang am Gaumen. Das Fehlaroma
wird gebunden und kann nach 1 bis 6 Tagen (bevor das Produkt autolysiert) abfi ltriert werden (wichtig!). Als Resultat hat man einen frischen, fruchtigen Wein ohne den negativen Beitrag
einer Kupferbehandlung, auch im Bezug auf die Langlebigkeit des Weines.

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