Flüchtige Säure

Im Jahrgang 2014 kam es aufgrund des erstmaligen und überraschend starken Auftretens der Kirschessigfliege vorrangig bei den Rebsorten Dornfelder und Regent zu einem schnellen Anstieg der flüchtigen Säure in den betroffenen Weinbergen. Auch bei einer sachgemäßen Gärführung machen sich teilweise die erhöhten Gehalte der flüchtigen Säure in den ausgebauten Weinen sensorisch negativ bemerkbar. Moste, die gefährdet waren, müssen im Weinstadium unbedingt untersucht werden. Das DLR Rheinpfalz hat im Newsletter nochmals darauf hingewiesen, dass für Weine des Jahrgangs 2014 die Möglichkeit besteht, eine Versuchsgenehmigung zur Reduzierung der Essigsäure im fertigen Wein zu beantragen. Ohne Versuchsgenehmigung darf keine Behandlung durchgeführt werden! Die Versuchsdurchführung erfolgt durch den Betrieb in Zusammenarbeit mit den DLR und dem Landesuntersuchungsamt (Weinkontrolle). Der Versuch soll die Eignung der Umkehrosmose / Nanofiltration in Kombination mit Anionenaustauscher zur selektiven Reduzierung der Essigsäure im fertigen Wein untersuchen. Eine Versuchsgenehmigung können nur Weine erhalten, die verkehrsfähig sind und unterhalb der folgenden Grenzwerte für flüchtige Säure liegen: 1,08 g/l bei Weißwein, 1,2 g/l bei Rotwein, 1,8 g/l bei Beerenauslesen/Eiswein und 2,1 g/l bei Trockenbeerenauslesen. Weine über diesen Grenzwerten gelten als verdorben und können weder verschnitten noch behandelt werden. Weine, die als Bio- oder Ökoweine vermarktet werden sollen, dürfen nicht an dem Versuch teilnehmen. Eine Vorlage zur Beantragung einer Versuchsgenehmigung zur Entfernung von flüchtiger Säure findet sich bei den DLR-Beratungsstellen.

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